Pinnwand

Portal zum Austausch wichtiger und interresanter Themen

1. Thema Mutterschutz bei selbständigen Frauen   

Ich habe mir gedacht, dass ich den folgenden Themen mehr Beachtung schenken ... überhaupt erst einmal bekannt machen muss, damit sie wahrgenommen werden.

Gerade die Themen wie:

Selbstständige Frauen und Mutterschutz!?

Was bedeutet Mutterschutz bei selbständigen Frauen?

Gibt es Ihn?

Wenn ja, für wen?

Ich beschäftige mich bereits seit einigen Jahren mit diesem Thema und habe durch meine Selbstständigkeit zwei Seiten kennengelernt. Als Arbeitgeber und Mutter.

Seit 2000 bin ich in meinem Beruf selbständig. Warum?

Ich hatte immer den Wunsch selbst zu gestalten, die Arbeitsbedingungen, dass Arbeitsklima und die Arbeitszeiten so zu entwerfen, dass es für jeden von uns, in sein individuelles,

eigenes Lebensmodell passt und Spaß macht! Ich arbeitete anfangs mit zwei selbstständigen Frauen in einer Villa im Süden von Erfurt, zusammen.

Wir waren eine ganzheitliche Symbiose von unterschiedlichsten Bereichen, ergänzten uns dabei! die Verantwortung lag schließlich bei jedem von uns.

Nach 1, 1/2 Jahre konnte ich, bei meiner 6 Tage-Woche und mindestens 12 Stunden täglich, den vielen Nachfragen nicht mehr gerecht werden und stellte meinen 1. Mitarbeiter ein.

Noch 1 Jahr später kam die 2. Mitarbeiterin dazu und wir arbeiteten zu dritt. Nach 3 Jahren vergrößerte ich mich, innerhalb des Hauses. Mein 1. Mitarbeiter verließ uns wegen eines

Umzuges und wir waren wieder zu Zweit. Zur gleichen Zeit, mit 30 Jahren,verwirklichte ich den Wunsch nach meinem 1. Kind. Ich hielt die Information vor meinen Kunden allerdings

sehr lange geheim, da ich für mich keinen Ersatz bzw. eine Mitarbeiterin fand, die meine Kunden für den Zeitraum von 12 Wochen übernahm.

Erst im 9. Monat war klar wir sind wieder zu Dritt. In dieser Zeit war ich allerdings oft angespannt und ängstlich, weil ich nie wusste, wie wird es für uns weiter gehen ...

... ich konnte die Schwangerschaft kaum genießen, da die Sorge um das Bestehen des Geschäfts, groß war. Also von Mutterschutz war hier wohl kaum die Rede.

Ich stand bis nach dem errechneten Entbindungstermin jeden Tag am Arbeitsplatz (ohne Ausfall).

Nach der Geburt, war ich im Mutterglück und hatte die Situation völlig unterschätz. Mein erstes Kind wurde 2004 geboren und zu dieser Zeit bestand kein Anspruch auf Elterngeld für

selbständige Frauen! Ich begann nach 5 Monaten meine Arbeit wieder aufzunehmen und stellte mit Sorge fest, dass sich bis dahin einige tausend Euro Schulden angehäuft hatten.

Dank meiner Freunde und viel Arbeit bekam ich das irgendwie hin, letztendlich der Insolvenz zu entfliehen. Ich hatte die Situation eindeutig unterschätzt und merkte erst einmal,

wie schwierig es war, Mutter und Selbständig zu sein! 

Mein zweites Kind kam 4, 1/2 Jahre später, da war ich nachdem ich auch da ohne Unterbrechung bis zum Geburtstermin am Kunden stand, nach 9 Wochen wieder 5 Tage im Geschäft.

Ich habe mich darauf eingelassen, Kunden-Termine vor meiner Entbindung, für den Zeitraum nach der Entbindung zu vergeben, um den Kunden zu signalisieren, dass ich rasch wieder da bin.

Ich gab also auch mein zweites Kind mit 9 Wochen in fremde Hände ... es zeriss mir jeden Morgen das Herz!!! Bis heute habe ich damit Probleme klar zu kommen,

weiß aber auch, es gab zum damaligen Zeitpunkt keine Wahl ... oder die eine, das Geschäft aufzugeben. Das war allerdings keine Option für mich, denn das bedeutete

meine Existenz! Ich war immer eine Frau die nicht abhängig sein wollte, auf eigenen Füßen stehen möchte!

Das hat für mich was damit zu tun, ein selbstbewusstes Leben zu führen.

 

 

 

Die Arbeitnehmerseite:

Diese Seite ist geschützt. Seit Mai 2018 sind Arbeitgeber verpflichtet, dass Mutterschutzgesetz in den öffentlichen Räumen, sichtbar auszulegen. Sie sind ebenfalls verpflichtet ihre Mitarbeiter zu unterweisen, darüber einen Nachweis zu führen, egal ob dieses Geschäft eine weibliche Mitarbeiterin unterhält oder nicht. Das bedeutet, bei einem reinen Männerbetrieb, gilt dasselbe! Unglaublich oder? Widersetzen Sie sich dieser Auflage, kann Ihnen der Prüfer eine Geldstrafe von 5000 bis 50000 € auferlegen. Einige Berufskollegen warnten mich vor dem Thema Schwangerschaft bei angestellten Frauen ... ich hörte nicht großartig darauf. Mein Argument, jede Frau hat irgendwann den Wunsch. Es wird schon nicht so tragisch sein, schließlich ist Schwangerschaft keine Krankheit. Das sollte sich bald ändern! Bis heute habe ich 3 Schwangerschaften begleitet, davon waren 2 die gesamte Zeit der Schwangerschaft sofort, von der jeweiligen Ärztin krankgeschrieben. Das bedeutete, die Kunden waren da und wir versuchten, sie zu bedienen. Das war schwierig, da jeder der Mitarbeiterinnen, seine Stammkunden hat. Unsere Terminbücher sind mit eigenen Kunden ausgefüllt, so dass wir nicht allen Kunden gerecht wurden. Ich habe allerdings von der Kollegin die 2018 gekündigt (14.11.) wurde, weil Sie nach Ihrem Wiedereintritt innerhalb von 5 Monaten 120 Minusstunden aufgebaut hatte und der Umsatz den Sie erbrachte, gegen 0,- € ging, gekündigt. Mehrmalige motivierende Versuche, Sie zu aktivieren verliefen ins Nichts und ich war gescheitert. Zwei Wochen nach der Kündigung, am 01.12.2018 bekam ich ein Schreiben vom Anwalt der Mitarbeiterin mit der Klage auf Wiedereinstellung. Grund - "Sie ist schwanger". Termin der Entbindung 01.08.2019. Ich war baff ... Ok das bedeutet das der Arbeitgeber keine Chance hat, Aufgrund der eigentlichen Gründe diejenige zu kündigen ... egal wie unwirtschaftlich und unmotiviert jemand ist, wie viele Reklamationen es gab,  spielt alles keine Rolle. Das ist der totale Freibrief alles machen zu können. 

Es kommt noch besser!!!

Ich habe immer die Vermutung gehabt dass das Mittel zum Zweck war, nicht gekündigt zu werden... als ich mit der Mutterschutzbeauftragten darüber sprach, erntete ich Misskritik ... das „so etwas doch keiner macht“. Ich sah es dann an meinem Geburtstag bei Gericht, freute mich auf ein Wiedersehen! Wer nicht da war, trotz gerichtlicher Anordnung, war die gekündigte „Schwangere“. Sie fehlte an dem Tag unentschuldigt!
Es passierte aber nichts, bei gleichem Verhalten hätte ich mit Strafgeldern von 275,- € pro Tag rechnen müssen. Ich und das Gericht bekamen erst 4 Tage nach den Gerichtstermin eine Kopie der Krankschreibung ... aber macht nichts! Das kann man sich im Mutterschutz alles erlauben. Den endgültigen Beleg der Schwangerschaft bekam ich dann endlich schwarz auf weiß, auf Druck meinerseits, im Februar 2019. Nicht einmal dem Gericht lag dieser vor! Warum? Weil die Besagte zum Zeitpunkt des Gerichtstermins gar nicht schwanger war!!! Das Kind wurde dann Ende September 2019 geboren. Was für ein Wunder. Eine Schwangere trägt 11 Monate ein Kind aus??? 

... nach Jahren habe ich nun die Gewissheit, dass meine Vermutung stimmt. Diese besagte „Kollegin“ wurde nur aus dem Grund Schwanger, damit Sie nicht von mir gekündigt werden kann! Das ich nun den Beweis durch eine damals nahestehende Freundin hatte, warf meinen Glauben an die Mitmenschlichkeit komplett um. Dass ich mich in einem Menschen so sehr geirrt hatte, war die eigentliche Niederlage. Sie war damals für mich mein sogenanntes soziales Projekt. Sie war nicht perfekt, aber in meinen Augen liebenswert und Wert es zu versuchen Ihre Fachkompetenz aufzubauen und zu stärken. Dieses Projekt ist kläglich gescheitert und einen weiteren Versuch wird es dahingehend nie wieder für mich geben. Ich habe den Glauben verloren und ich kann nur jeden Selbständigen davor warnen sich dasselbe anzutun!!! Spendet lieber an die Kinder oder macht sonst was, aber macht nicht denselben Fehler wie ich!

Durch das Mutterschutzgesetz wird alle Moral und jegliches Recht außer Kraft gesetzt. Ich meinte einmal zu meiner Anwältin „... da könnte man in der Schwangerschaft einen Mord begehen und es passiert Dir nichts“ ...“Ja, so ist es“ sagte Sie ... „erst nach dem Mutterschutz wird man dafür belangt“. Das ist doch nicht normal!? Man sollte wirklich mal darüber nachdenken, den Mutterschutz ein Stück in die Richtung der selbständigen Mütter zu verschieben, damit das Maß wieder ins Gleichgewicht rückt!